Alveolenmanagement
Erhalt des Kieferkamms nach Zahnverlust
Der Verlust von Bündelknochen führt zu Veränderungen des Kieferkamms während der Heilung der Extraktionsalveole und hat somit Auswirkungen auf die Implantatstabilität und das ästhetische Ergebnis der Behandlung. Es wurden verschiedene Verfahren entwickelt, um die Dimensionsveränderungen nach der Zahnextraktion zu minimieren und so die Integrität des Kieferkamms zu erhalten.
Sorgfältige Bewertung biologischer und ästhetischer Faktoren
Die Eigenschaften des bukkalen Knochens bestimmen das erforderliche Verfahren. Dies kann eine Sofortimplantation sein, bei der die Implantate zum Zeitpunkt der Zahnextraktion eingesetzt werden. Die Frühimplantation erfolgt nach minimalinvasiver Zahnextraktion und einer Heilungszeit von 4–8 Wochen, meist nach natürlicher Heilung oder Nutzung der Socket-Seal-Technik. Eine verzögerte oder späte Implantation in Kombination mit dem Erhalt der Alveolen-Dimensionen unter Verwendung von Knochenersatzmaterialien ist eine gute Option, insbesondere bei dünnem bukkalem Knochen. Bei nicht intaktem bukkalem Knochen müssen Verfahren zur Kieferkammaugmentation oder -erhaltung angewendet werden.
Sockettypen im
Alveolenmanagement
Die klinische Entscheidungsfindung bei der Behandlung von Extraktionsalveolen richtet sich weitgehend nach der Morphologie der Extraktionsalveole und dem Zustand des bukkalen Knochens.
Socket Typ 1:
Intakter bukkaler Knochen
Socket Typ 1 ist durch eine intakte bukkale Knochenwand und noch vorhandene Alveolenwände nach der Zahnextraktion gekennzeichnet. Der Defekt ist vollständig begrenzt, was für eine natürliche Stabilität und günstige Heilungsbedingungen sorgt. In diesen Fällen ist die Erhaltung des Alveolarkamms in der Regel unkompliziert: Die Stabilisierung des Blutgerinnsels ermöglicht eine vorhersagbare Knochenregeneration und den Erhalt des Kammvolumens vor der Implantatinsertion.
Empfohlenes Vorgehen:
Stabilisierung des Blutgerinnsels mit collacone®
Socket Typ 2:
Kompromittierter
bukkaler Knochen
Beim Socket Typ 2 liegt eine Beeinträchtigung des bukkalen Knochens vor, die sich in Form einer Dehiszenz, einer Fenestration oder einer extrem dünnen bukkalen Knochenwand äußern kann. In diesen Fällen ist der Erhalt der bukkalen Wand von entscheidender Bedeutung. Im Rahmen der Behandlung der Alveole wird eine Augmentation mit einem Knochenersatzmaterial empfohlen, um einen ausreichende Erhalt des regenerativen Raums zu gewährleisten, das Blutgerinnsel zu stützen und eine vorhersagbare Knochenregeneration zu fördern.
Empfohlenes Vorgehen:
Erhalt der bukkalen Wand durch Knochenaufbau unter Verwendung von cerabone®+HyA & NOVAMag® SHIELD
Socket Typ 3
Schwerer bukkaler Knochenverlust
Der Socket Typ 3 ist durch einen starken Verlust des bukkalen Knochens gekennzeichnet, der häufig mit erheblichen horizontalen und/oder vertikalen Defekten einhergeht. In diesen Fällen konzentriert sich die Behandlung auf die Kieferkammrekonstruktion, wobei in der Regel Techniken zur Rekonstruktion der bukkalen Knochenwand zum Einsatz kommen, um die Kieferkammarchitektur wiederherzustellen und ein ausreichendes Knochenvolumen für die spätere Implantatinsertion zu schaffen.
Empfohlenes Vorgehen: Rekonstruktion mit früher oder verzögerter Implantatinsertion unter Verwendung von cerabone®+HyA & NOVAMag® SHIELD
BEHANDLUNGSANSÄTZE
Socket-Management
Obwohl sich eine physiologische Umgestaltung des Alveolarknochens nicht vollständig vermeiden lässt, trägt die Behandlung der Extraktionsalveole dazu bei, das Volumen der Alveole zu erhalten, was die spätere Implantatinsertion erleichtert und die langfristigen ästhetischen Ergebnisse verbessert. Der Einsatz von Knochenersatzmaterialien trägt zur Stabilisierung des Blutgerinnsels bei, unterstützt den Erhalt der bukkalen Knochenwand und verringert die Resorption des Kieferkamms.
Frühe Implantation
Nach der natürlichen Heilung der Extraktionsalveole kann eine frühzeitige Implantation durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren wird das Implantat unmittelbar nach der Zahnextraktion eingesetzt, noch bevor die Knochenregeneration der Alveole abgeschlossen ist. In der Regel erfolgt eine frühzeitige Implantation etwa 4 bis 8 Wochen nach der Zahnextraktion.
Verzögerte Implantation
Nach vollständiger Heilung und Reifung der Extraktionsstelle kann eine verzögerte Implantation durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren wird das Implantat erst eingesetzt, nachdem die Knochenregeneration der Alveole vollständig abgeschlossen ist. In der Regel erfolgt die verzögerte Implantation etwa 3 bis 6 Monate nach der Zahnextraktion, abhängig vom Heilungsfortschritt und den individuellen Gegebenheiten des Patienten.
Sofortimplantation
Unter Sofortimplantation versteht man das Einsetzen eines Zahnimplantats unmittelbar nach der Zahnextraktion. Die Primärstabilität des Implantats und der Zustand des alveolären Knochens sind dabei entscheidende Faktoren. In günstigen Fällen kann die Sofortimplantation in Kombination mit einer geeigneten Alveolenbehandlung dazu beitragen, den Kieferkamm und die ästhetischen Gewebekonturen zu erhalten.









